FAQs

Häufig gestellte Fragen zur Triadischen Praxis.



Was ist die Praxis?

Das Medium, in dem sich die Menschen in ihren unterschiedlichen Existenzformen in ein Verhältnis zur Welt setzen. Sie hat es immer mit Dingen zu tun und vollzieht sich in Raum und Zeit.

faqs, id65, letzte Änderung: 2020-10-20 16:35:17
Was ist die triadische Praxis?

Eine Praxis, die durch triadische Modelle und Programme gesteuert wird.
Praktiken.

faqs, id66, letzte Änderung: 2020-10-20 16:36:01
Gibt es Voraussetzungen und Bedingungen für die triadische Praxis?

Das triadische Denken, Wahrnehmen und Handeln kann erst beginnen, wenn wir mannigfaltige Phänomene und Aufgaben vor uns haben. Selbstverständliche Praxis, einfache Objekte, unkomplizierte Aufgaben usf. eignen sich nicht für einen Einsatz von triadischen Programme.

faqs, id67, letzte Änderung: 2020-10-20 16:35:31
Was ist das Denken?

Ein Faktor jeder menschlichen Praxis neben der Wahrnehmung und dem Handeln.

faqs, id68, letzte Änderung: 2020-10-20 16:36:14
Was ist das NTD?

Ein spezieller, prämierter Faktor triadischer Praxis neben dem Wahrnehmen und Handeln. Alles triadisches Denken wird durch triadische Modelle und bestimmte Grundannahmen reguliert und gesteuert.
Es versteht und beschreibt die Phänomene, Objekte und Gegenstände als Resultat der Interaktion von drei Faktoren (Elementen, Dimensionen, Prozessen, Typen...) Die Interaktion selbst ist immer ein Interaktionsprodukt aus Kooperation (Miteinander), Konkurrenz (Gegeneinander) und Koexistenz (Nebeneinander). Die Gewichte dieser drei Faktoren, ihre Anteile an der Beschreibung, Erklärung und Gestaltung sind ungleich.
webseite NTD

faqs, id69, letzte Änderung: 2021-09-22 17:33:33
Was ist epistemische Praxis?

Eine Form der Praxis, die das Denken (bzw. die Datenverarbeitung in sozialen und kulturellen Systemen) prämiert und ausdifferenziert und Wahrnehmen und Handeln in seine Dienste stellt.

faqs, id71, letzte Änderung: 2020-10-20 16:36:32
Was ist das Ziel epistemologischer Praxis?

Die Beschreibung aller konstitutiven Faktoren triadischer Praxis, vor allem der Modelle/Programme, die das triadische Wahrnehmen, Denken und Handeln steuern.
Dazu muß ein triadisches epistemologisches Praxissystem mit dem Ziel der Reflexion und Modellbildung eingerichtet - und ebenfalls wahrgenommen und beschrieben werden.

faqs, id72, letzte Änderung: 2020-10-20 19:38:30
Was ist die Zelle, die Grundeinheit des NTD?

Ähnlich wie die Unterscheidung zwischen chemischen Elementen und Molekülen, zwischen Atomen und Neuronen in der Physik Grundeinheiten und deren Komponenten auseinanderhält und definiert, so legt auch das NTD die Praxis als Grundeinheit und die Praktiker/Menschen als deren Elemente fest.
Und ähnlich wie in der Chemie und Physik können die Elemente im NTD nicht allein, ohne Bezug auf die Grundeinheit gedacht werden. Nur die Praxis, nicht schon deren konstitutiven Elemente, die Menschen, sind Bestandteile der Welt. Sie emergieren nur in einer Komposition. Die Menschen erscheinen quasi als subatomare Teilchen. Aber klar, ohne sie gibt es die Zelle des NTD, die Praxis, nicht.

Die Unterscheidung von Komponenten und Elementen führt eine Hierarchie ein, die beachtliche Konsequenzen hat. Mindestens sind Ebenen des Wahrnehmens, Denkens und Handelns zu unterscheiden. Die Praxis erhält eine Architektur.

faqs, id1064, letzte Änderung: 2021-01-26 15:19:51
Welche Bedeutung hat die Einführung der drei Praktiken für die wissenschaftliche Theoriebildung?

Die Triade der Praktiken hat vielfältige Konsequenzen für die sozialwissenschaftliche und philosophische Theoriebildung. Ein Beispiel: In den Sozialwissenschaften und der Psychologie gibt es Schulen, die die Praxis als Problemlösung begreifen. Das kann ein guter Zugang auch für das NTD sein. Allerdings muß dann darauf geachtet werden, daß nicht nur das Handeln sondern tatsächlich die Praxis als Problemlösung verstanden wird. An jeder Problemlösung ist auch das Wahrnehmen und Denken beteiligt. Ohne sie gäbe es vermutlich keine 'Probleme'. Die Praktiken sind nur Faktoren der Praxis, liegen auf anderer Ebene.

faqs, id158, letzte Änderung: 2020-11-19 21:18:21
Welche Typen der Praxis werden unterschieden?

Das NTD nimmt drei Klassen der Praxis auf hohe Abstraktionsniveau an: die individuelle menschliche, die soziale und die ökologisch-kulturelle Praxis.

faqs, id159, letzte Änderung: 2020-11-19 21:19:22
Was sind Praktiken?

Das NTD unterscheidet die drei Praktiken Wahrnehmen, Denken und Handeln.

Eine Spielart problemlösender Ansätze, die die Praxis auf das Handeln reduzieren, dürfte der Pragmatismus → Pragmatismus sein.

Historisch wird er meist auf William James und seine Chicagoer Vorlesungen vor dem Ersten Weltkrieg zurückgeführt. Statt nach 'Wahrheit' beurteilt er die Praxis nach deren Erfolgen für die Praktiker: "A pragmatist turns his back resolutely and once for all upon a lot of inveterate habits dear to professional philosophers. He turns away from abstraction and insufficiency, from verbal solutions, from bad a priori reasons, from fixed principles, closed systems, and pretended absolutes and origins. He turns towards concreteness and adequacy, towards facts, towards action, and towards power." (James 1907, hier dt. 1975, S.29; Quellentexte und Wirkungsgeschichte bei Mike Sandbothe 2000 und 2001)
In vielerlei Hinsicht kann man die Position von James als eine Prämierung des Handelns vor dem Denken ansehen. Sein Pragmatismus differenziert jedoch die Praxis zu wenig und berücksichtigt deren Komponenten: Wahrnehmen, Denken und Handeln nicht explizit. Man kann das Wahrheitsproblem nicht vom Tisch wischen, indem man das Handeln bzw. materielle Produkte zum einzigen Erfolgskriterium macht. Das Denken bleibt immer Teil der Praxis und folgt eigenen Gesetzen, die sich nicht aus den Programmen und Kriterien des Handelns oder einer darauf reduzierten Praxis ableiten lassen. Ebenso unfüglich wäre es, wenn wir die 'Wahrheit' beim Beschreiben der Praxis pars pro toto als Kriterium nehmen würden. Für die Praxis als Handeln zählt der Erfolg, der in weiteren Schritten wieder überdacht und dabei auch bewertet werden kann. Richtige, wahre Analysen sind dafür in der Tat nur eine Gelingensbedingung. Adäquate Wahrnehmungen eine weitere. Viele philosophischen Dispute um den Pragmatismus würden sich erübrigen, wenn man die Triade der Praktiken berücksichtigte und die Aussagen nach den drei Faktoren differenzierte. Schon dies würde ihre Formulierung legitimieren.
Die drei Praktiken liefern auch letztlich die Legitimation für die drei bestimmenden wissenschaftstheoretischen Schulen: die analytische Wissenschaftstheorie geht vom Denken in und mit Begriffen und Sätzen aus und fordert hier logische Beziehungen. Die wissenssoziologischen Ansätze fordern von den Wissenschaften die Erleichterung menschlicher Arbeit und kulturellen Handelns. Der Positivismus besteht auf der intersubjektiven Überprüfbarkeit der Aussagen durch die Wahrnehmung.

faqs, id160, letzte Änderung: 2021-09-02 19:14:44

© 2022 Prof. Dr. phil. habil. Michael Giesecke